Yoga erfreut sich seit den sechziger Jahren in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Auf der Suche nach ganzheitlichen Methoden zur Lebenshilfe und Therapie wurde Yoga in unserer kopflastigen Welt interessant. Für den modernen, stressgeplagten Menschen stellt Yoga einen effektiven Weg zu mehr Gelassenheit, Lebensfreude und Leistungsfähigkeit dar- unabhängig von seiner Herkunft und Religion, unabhängig von Alter und seinem Gesundheitszustand.
Yoga ist wohl die älteste indische Lehre vom Leben, um Körper, Geist, Seele und Atmung in Harmonie und Einheit zu bringen. Diese Art, richtig zu leben, wurde vor Tausenden von Jahren in Indien praktiziert und perfektioniert. Auch im Westen ist Yoga schon seit Hundert Jahren bekannt und hat beweisen können, dass es gerade für den westlichen Menschen besonders wertvoll ist. Yoga bietet verschiedene Wege an, um zu dem gleichen Ziel zu gelangen: Selbstfindung, eins mit sich und der Welt werden, den Zustand inneren Friedens erleben. Die 6 verschiedene Yoga- Wege seien aus übersichtlichen Gründen kurz erwähnt: Hatha Yoga, Raja Yoga, Jnana Yoga, Bhakti Yoga, Karma Yoga, Kundalini Yoga.
Hatha- Yoga ist die Bezeichnung für den reinen körperbezogenen Yoga-Weg. Dies ist der wohl bekannteste und am häufig praktizierte Yoga. Das Wort „Hatha“ setzt sich zusammen aus den Sanskritwörtern „ha“ (Sonne) und „tha“ (Mond). Ziel des Hatha Yoga ist es, diese beiden gegensätzlichen Energien im Menschen ins Gleichgewicht zu bringen. Dies geschieht durch ausgewogene Zusammenstellungen der „Asanas“ = stabil gehaltene Körperhaltung bei völliger Konzentration und richtiger Atmung. Ein Übungsprogramm führt im Idealfall zu einem größeren Maß an körperlicher und geistiger Gesundheit, es fördert die Kraft, die Beweglichkeit, die Funktionsfähigkeit verschiedener Körpersysteme sowie geistige Beständigkeit. Der Körper erfährt eine Reinigung, wird von Blockaden befreit und harmonisiert, was wiederum zur geistigen Klarheit führt.
Hatha- Yoga sagt, dass der Körper der Tempel der Seele ist und als solcher gepflegt werden sollte. Hatha- Yoga sieht den Menschen als Ganzes und richtet sich somit nicht nur an die physischen Körper. Die Hauptpraktiken im Hatha- Yoga sind:
Weiterführend gibt es Kriyas (Reinigungstechniken), Mudras (u.a. Handhaltungen) und Bandhas (Verschlüsse) als fortgeschrittene Praktiken. Generell gesehen kann Hatha- Yoga als Krankheitsvorbeugung, persönliche Gesundheitsvorsorge, Mittel zur Stressvorbeugung und Abbau von Stress, sowie der Wieder~ Herstellung der körperlichen Fitness dienen.
Durch Yoga lernen wir loszulassen und bewusst Verantwortung zu übernehmen für unser Leben, unsere Handlungen, Emotionen und Gedanken. Wir lernen innere Stärke zu entwickeln, um in allen Lebenssituationen mit einer aktiven Gelassenheit zu reagieren.
Mit Yoga kann man zu jederzeit und in jedem Lebensalter beginnen. Wichtig dabei ist das regelmäßige Üben. Das regelmäßige Üben der Asanas (Körperstellungen) bringt viele körperliche Pluspunkte. Zunächst einmal gewinnt man an Muskelkraft und Beweglichkeit. Durch die Yogaübungen wird der Körper ganz harmonisch, geschmeidig und locker. Von ausgewogenen trainierten Muskeln profitieren Wirbelsäule und Gelenke, Bindegewebe und Haut sowie die eigene Ausstrahlung und Selbstbewusstsein.
Richtig ausgeführte Asanas, in einer sinnvollen Sequenz zusammengestellt, führen zu einem Gleichgewicht von Kraft und Beweglichkeit, Flexibilität und Entspannung. Sie verhelfen zu einem positiven Körper- und Lebensgefühl, zu einer kraftvollen Leichtigkeit und entspannten Vitalität und Achtsamkeit mit dem eigenen Körper.
Die harmonisierende Wirkung ist in vielen wissenschaftlichen Studien erwiesen und dokumentiert. Jeder, der auch nur etwas Yoga praktiziert, kann schon bald einige der wundersamen Wirkungen des Yoga erfahren: ein vorher nicht gekanntes Gefühl der völligen Entspannung, Verschwinden von Kopf- und Rückenschmerzen, Reduzierung von Schulter- und Nackenverspannungen, mehr Energie, neue Vitalität, geistige Klarheit, Stärkung des Immunsystems, neues Selbstvertrauen, Verbesserung der Konzentration. Um diese Wirkung zu erfahren, kann es ausreichen, zu einer Yoga-Stunde pro Woche zu kommen und vielleicht ein paar einfache Atem-, Dehn- und Entspannungsübungen ins tägliche Leben einzubauen.